Auf den Dächern der Welt

Toni

Guten Morgen Frau Schöppe,

hier ein kleiner Zwischenstand zu Toni.

Er ist jetzt vier Wochen bei uns und die Veränderung ist schon gewaltig. Er ist viel ruhiger und entspannter geworden. Zu Hause fühlt er sich nun sicher. Er bellt fast gar nicht mehr und wenn, dann ist es ein kurzes Wuff. Wir können nachts durchschlafen. Auch dürfen die Nachbarn durch ihren Garten gehen und die Kinder dort spielen, ohne angeblafft zu werden.

Er springt nur noch unter Stress Menschen an. Morgens ist er höflich und begrüßt uns ruhig und freundlich, am ersten Tag ist er mir auf den Kopf gesprungen und drauf rumgetanzt. Wie gut, dass er wahrlich kein Schwergewicht ist. Das Knabbern und Maßregeln an den Händen macht er auch nur noch unter Anspannung und ich kann ihn, bis auf eine offenbar empfindliche Stelle hinten an der Wirbelsäule, überall berühren ohne Abwehrverhalten auszulösen.

Ich merke, dass er sich sehr an mir orientiert und inzwischen mit einem Blick anfragt, wenn etwas für ihn unheimlich ist. Mal sehen, wie sich das entwickelt, wenn er sich in der Umgebung gut auskennt.

Er ist jetzt vollständig von mir entfilzt und fühlt sich wohl in seiner Haut. Leider hat ihn jemand beim ersten Filz rausschneiden in Spanien versehentlich hinten in beide Ohren geschnitten. Die Stellen sind inzwischen verheilt und ich kann ihn hinter den Ohren kraulen und bürsten. Vielleicht müssen die Volontäre dort noch besser unterwiesen werden.

Halsband und Geschirr bedeutet noch immer Stress hoch drei und ich werde zur Schlaftablette, vor lauter Ruhe, wenn ich ihm das breite Halsband umlege. Geschirr lasse ich zur Zeit weg, da das für ihn noch schlimmer ist. Es ist schon zwei Wochen her, dass er zuletzt versucht hat eine Leine durchzubeißen.

Ein Riesenfortschritt in der Übung: ich war kürzlich im Eisladen und er hat gewartet, ohne zu versuchen sich zu befreien, sondern sich nach einigen Piepsern sogar hingelegt. Geschlossene Areale, auch Hundefreilauf, sind ihm nicht geheuer. Er weiß immer wo der Ausgang ist.

Im Umgang mit anderen Hunden ist Toni super.

Ich glaube, er ist ein junger Kerl, der viel Verantwortung für sich tragen musste und sehr unabhängig daher kommen kann. Von Menschen gesetzte Regeln zu akzeptieren, ist schwer für ihn. Na ja, ist ja auch verständlich. Ich bin davon überzeugt, dass er auch mal Selbstversorger war. Diebstahl, Mülltonnen und offenen Häuser sind noch immer verlockend, aber ich jetzt meistens zum Glück noch mehr.

Der autonome Toni wahr zu Beginn eine echte Herausforderung und er ist es noch, aber ich glaube er kann mit uns glücklich zu werden und wir mit ihm. Im Moment liegt er ruhig unter dem Tisch auf seiner Decke und schläft entspannt. Er ist ein toller, toller Hund.

 

Tschüß und bis bald

Franziska Sch.




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