Jack: Mein Hauptgewinn

Jack

Hallo meine Lieben,  

nun ist Jack genau zwei Wochen bei mir und die Dinge kommen ins Laufen...

Wie Ihr wisst, war ja die erste Woche kein Problem. Jack war von Anfang an auf mich fixiert. Er bewegte sich sehr zögerlich und unsicher, fügte sich aber problemlos in meinen Tagesrhytmus ein. Er ging zwar gerne Gassi (wenn auch sehr ängstlich, sehr langsam und am liebsten an der Leine), kam aber auch immer gerne nach Hause, weil es ihm eine gewisse Sicherheit gab. Zuhause konnte ihn noch nicht einmal der Staubsauger aus der Ruhe bringen. Auch zu meinem Sohn, der ihn sehr ins Herz geschlossen hat, hat er inzwischen ein inniges Verhältnis.

In der zweiten Woche bekam er dann akuten Durchfall, den ich auch zweimal frühmorgens im Wohnzimmer vorfand. Sah explosionsartig aus (natürlich auf dem besten Teppich!). Ich nun auf Hab Acht! Nächsten morgen um 3.30 Uhr wurde ich zum ersten Mal von einer Hundeschnautze im Gesicht angestuppst und geweckt. In höchster alarmbereitschaft sprang ich aus dem Bett, zog mir blitzartig meine Hose an, die ich dann aus (vermeintlichem) Zeitmangel auch garnicht erst zumachte und taumelte mit Jack auf die Straße. Mein Jackilein trödelte fröhlich palim palim von Baum zu Baum und fand es großartig mal nachts spazieren zu gehen. Vielleicht sollte ich ihn doch als Reklamation zurück bringen:-))))) Genauso schnell und vor allem wortlos zog ich ihn zurück nach Hause und verschwand brummelnd wieder im Bett! Unverfrorenheit!   

Heute nun ist ein großer Tag: Wir haben wie üblich unsere Morgenrunde gedreht. Diese beschließen wir immer über eine große Freizeitwiese, die nahe am Wasser liegt. Dort angekommen traf ich einen Mann mit Continental Bulldogge, mit dem ich ins Gespräch kam. Während wir plauderten erblickte Jack in der Ferne eine Gruppe von großen Hunden, die miteinander spielten und ein paar Halter dabei. Und plötzlich sprintet er los, um mal nachzusehen, was da Sache ist! Und zwar im Galopp! Wie vom Donner gerührt stand ich da und sah meinen Hund RENNEN! Als er zurückkam fing er an, mit mir um die Wette zu rennen! Große Klasse! Wie das Leben doch lohnt !!! (hätte seine Aussage sein können.) Mir ging mein Herz auf! (Kein Gedanke mehr an Reklamation :-))))))))))   

Wir genießen unsere Spaziergänge sehr! Trautes Beisammensein. Wer gerade vorne läuft achtet darauf, den "Hintermann" nicht zu verlieren. Inzwischen läuft er sogar fast furchtlos ohne Leine an der Straße. "Jack warte" klappt gut. "Hoppi hoppi" (bitte im Laufschritt über die Straße) funktioniert auch.  Er ist mittlerweile oft im Laufschritt unterwegs, weil es ja so ungemein viel zu schnuppern gibt!  Das Rentnertempo haben wir abgelegt. Er kennt die Gegend immer besser und geht den Menschen zwar vorsichtig, aber nicht mehr panisch entgegen. Auch andere Hunde fangen an ihn zu interessieren. Sein Ohrenspiel wird immer intensiver. Er nimmt, wenn auch viel nur beobachtend, am Leben teil. Es gibt Situationen, in denen er lieber an der Leine ist  (z.B. wenn uns Passanten auf engen Wegen entgegenkommen oder wenn wir breite Hauptstraßen überqueren müssen) aber auch hier läuft er inzwischen zügig mit. Es ist schön zu beobachten, wie er von Tag zu Tag mehr begreift, dass er hier weder gejagt noch verscheucht oder gar misshandelt wird. Man kann hier in Ruhe Zeitung lesen und seine Umwelteindrücke aufnehmen. Wenn ich abends mit Freunden in den Biergarten gehe, liegt er neben dem Tisch im Tiefschlaf und entlockt den Leuten dadurch regelmäßig ein Lächeln.

Die Menschen begegnen ihm wohlwollend. Alle Altersklassen finden ihn schön, lieb, süß... Um nur eine Geschichte zu erzählen: Letztens kam uns ein Junger Mann mit zwei Hunden entgegen, der sagte, er habe schon von dem netten Neuzugang im Paradies (so heißt unser Stadtteil) gehört. Und sie bräuchten dringend noch eine positive Erfahrung mit einem Schäferhund. Ohne Umschweife antwortete ich: die könnt Ihr hier machen!

 

So ist er, mein Jack: Mein Hauptgewinn! Er hat auch schon knapp 2 kg zugenommen!

 

Liebe Grüße,

Shirin

 




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