Größer als erwartet

Amega

Liebes Team der Vergessenen Tierheimhunde,

es ist einmal an der Zeit Danke zu sagen im Namen von Amega und all den anderen Hundeseelen, denen Ihr eine Chance auf ein neues, sorgenfreies Leben gebt. Wir sind so glücklich, dass es durch Eure Vermittlung im November 2016 gelang, unserer Amega einen Start in ein neues Leben zu ermöglichen.

Direkt aus Argentona kam Amega mit dem PerroExpress und wir nahmen sie in Duisburg am Sammelpunkt in Empfang. Die erste Überraschung war gleich, dass dieses gestreifte Wesen zehn Zentimeter größer war als erwartet, dafür aber deutlich jünger als vorher geschätzt. Mit stolzen 60 Zentimetern, dafür aber noch mit dem tollpatschigen Charme einer jungen verspielten Hündin, eroberte sie sich natürlich unsere Herzen im Nu. Somit ist es auch völlig in Ordnung, dass unser charmantes Riesenbaby heute ein stattlicher Hund ist. Ein großes Herz und eine große Seele benötigen eben ihren Platz.

Die ersten drei Wochen bei uns waren wirklich spannend. Amega hatte bei den ersten Spaziergängen viel Respekt vor Männern, vor allem dunklere Typen, selbst Menschen auf Werbeplakaten brachten sie aus der Fassung. Unbekannten Dingen begegnete sie mit sehr viel Scheu oder „Bürste und Grummeln“. Gleichzeitig fraß sie alles, aber auch wirklich alles, was nicht niet und nagelfest war. Ein alter Coffee to go Becher war schneller in ihr verschwunden, als man gucken konnte. Hören, oder reagieren auf meine Stimme, war zu Anfang nicht gegeben, da sie in jeder sich bietenden Sekunde abgelenkt war und auch deutlich Prioritäten setzte. Amega folgte eher ihrem Kopf. Für Kommandos bekam ich leise, aber deutlich von der „kleinen“ Lady einen charmanten Mittelfinger gezeigt. Der erste Besuch am Stall bei unseren Pferden war umwerfend. Amega war  außer Rand und Band. Schafe, Pferde, Hühner, Katzen, die Hunde vom Hof -  jetzt spätestens war klar, dass ich mir für diese Bardino-Mix Dame etwas überlegen musste, um dieses liebe und charmante Powerpaket möglichst schnell und vernünftig in unseren Alltag zu integrieren.

Dazu gehörten auf jeden Fall eine große Portion Humor, Amegas Ahnen müssen auf jeden Fall bei den Muppets sitzen, eine Möglichkeit, mit Amega zusammenzuarbeiten, worin sie einen Sinn sieht, eine Konsequenz in der Erziehung, aber auch bitte einmal alle Fünfe grade sein lassen zu können. Man muss sich einfach damit arrangieren können, dass eine solche Art von Hund durchaus einmal seinen eigenen Kopf hat. Die Erfahrung habe ich jedenfalls mit Amegas Vörgängerin gemacht und kenne viele Hundebesitzer dieser „Hundemodelle“, die sich zum Glück dessen bewusst sind, dass wir keine Hunde haben, denen man einen Kadavergehorsam anerziehen kann.

Amega lernte, dass die Schafe am Hof keine lustigen Wollknäule sind, die mit ihr spielen möchten. Kaninchen auf den Wiesen nicht auf ihre Speisekarte gehören. Die Hühner nicht als lebendes und geplatztes Daunenkissen fungieren sollen. Den Pferden nur mit Abstand zu begegnen ist, außer man wird als glücklicher Hund aufgefordert, am Pferd mitzulaufen. Dieses Glück üben wir derzeit. Amega begleitet uns bei den Ritten. Weitestgehend an der Leine, nur auf ausgesuchten Wiesen frei, aber das macht sie hervorragend und man sieht immer neben uns einen vor Freude breit grinsenden Hund laufen. Ein paar Kurseinheiten Agility (for Fun) haben wir absolviert. Nach anfänglichen Schwierigkeiten (Nach zwei bis drei Hindernissen ging die gute Laune mit Amega durch und sie jagte  zig Runden über den Platz) fing sie an, konzentriert bei der Sache zu sein und hatte sichtlich Spaß an allen Hindernissen. Ihre Aufmerksamkeit war bestens auf mich gerichtet. Es war toll, ihr bei der Entwicklung zuzusehen. Bei der gleichen Hundetrainerin belegten wir im Laufe der Zeit zwei Einheiten zum Mantrailing. Hier war Amega voll in ihrem Element. Sehr schnell verstand sie, worum es geht. Und die Kombination aus Zusammenarbeit mit dem Menschen und doch aber die Verantwortung dem Hund zu übertragen, das ist faszinierend. Die Fährtensuche und der Erfolg, den Menschen zu finden, begleitet mit einer großen „Party“, ja, das gefällt dem Amegachen.

Somit wurde  im Laufe der Zeit einfach ganz nebenbei aus unserer Amega ein Traumhund. Ohne dem klassischen „Sitz, Platz, Bleib“, einfach im gemeinsamen Miteinander Dinge zu  erleben und zusammen als Team unterwegs zu sein. Sie passt in unseren Alltag und wir möchten sie nicht mehr missen. Amegachen ist unser wachsames, aktive Gute-Laune-Paket. Mittlerweile war sie auch zweimal mit uns im Urlaub. Wandern im Tannheimer Tal und Gas geben am Strand von Nordwijk. Der Aufenthalt mit ihr im Hotel klappt tadellos. Sie bleibt auch mal brav im Zimmer allein, wenn wir zum Frühstück oder Abendessen gehen. Autofahrten waren nie ein Problem, da war sie von Anfang an entspannt.

Amega ist ein Schatz. Wir sind einfach froh, dass es Menschen, wie das Team der Vergessenen Tierheimhunde gibt, die sich darum kümmern, dass solche wahren Hunde-Schätze in die richtigen Hände kommen und wir sind froh, dass es auch für vermeintlich vergessene Hunde in den Tierheimen weiter Hoffnung gibt.

Viele liebe Grüße von Amega und ihrer Familie.

 




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