... das Ziel

Die Arbeit für und mit Tierheimhunden hat viele Facetten und somit jede Menge Aufgabengebiete.

Nur Hundeliebe reicht nicht aus, es gehört mehr dazu. Es ist ein Thema, das verbunden ist mit einem enormen Zeitaufwand, Verzicht auf Freizeit, mit vielen Rückschlägen und traurigen Momenten, aber auch glücklichen Happyends. Emotionale Wechselbäder sind an der Tagesordnung.

Es ist notwendig das Tierheim, dass dort arbeitende Personal und auch die Arbeitsweise zu kennen. Eine gute Zusammenarbeit entwickelt sich auch nicht von heut auf morgen, es brauchte seine Zeit bis das Tierheim sich auf unsere Anforderungen eingestellt hat und wir wussten, was das wenige Personal überhaupt leisten kann.

Das kleine Pflegeteam steht einer sehr hohen Anzahl von Hunden gegenüber, das nur durch eine straffe Organisation zu bewältigen ist und wenig Zeit für andere Dinge lässt. Kranke, verletzte, alte Hunde und die vielen Neuankömmlinge brauchen zusätzliche Zuwendung. Ein Mammutprogramm, das sich in einem normalen Arbeitstag kaum umsetzen lässt.

Tierheim Argentona, Barbara&Amy

Besuche sind daher eine Notwendigkeit und auch „heilsam“. Nach einem „Blick hinter die Kulissen“ wird man so manche für uns „unsinnige Aktion“ verstehen und begreifen, in welcher Not sie alle sind, die Hunde, aber auch die Menschen. Die Verzweiflung, die Trostlosigkeit, die endlose Hoffnungslosigkeit, die ewige Suche nach Hilfe und die vielen traurigen Augen hinter den Gitterstäben.

Es ist kein Büro, keine Fabrik und der Job endet auch nicht nach 8 Stunden. Es ist der geballte Faustschlag von Emotionen und nackten Gefühlen - jede Woche, jeden Tag, jede Stunde, jede Minute. Nicht zu kalkulieren, nicht zu steuern, nicht zu leiten. Freude und Leid, Leben und Tod, Hoffnungslosigkeit und Glück, Lachen und Weinen treffen sich auf einigen Quadratmeter - ungefiltert und pur!

Unsere Aufgabe ist es den Hunden und den Menschen zu helfen. Auch wenn es uns noch so schwer fällt, Mitleid ist und darf nicht unser Begleiter sein, wenn wir das Tierheim besuchen. Wir sind die kleine Hoffnung, auf die sie alle setzen, auf die sie bauen.

Wer diese Tierheime besucht, wird sich dann bewusst, warum so manches nicht wie bei einem anonymen Online-Shop funktioniert und auch nicht funktionieren kann. Man kommt in der traurigen Realität an, fernab von jeder Tierschutzromantik.

Unsere Arbeit besteht in der Hauptsache darin die Hunde selbst kennenzulernen. Wie ist ihr Charakter, sind sie eher ruhig, gemütlich oder aktiv, offen oder ängstlich-scheu, wie sieht das Zusammenspiel mit den anderen Hunden aus und auch ein Blick auf das Gesamtbild des Vierbeiners ist wichtig, wie ist der Bewegungsablauf, die Motorik.

Es steht aber auch spielen, schmusen, streicheln und jede Menge Spaß auf unserem Tagesplan, um die tägliche Monotonie der Hunde zu unterbrechen.

Tierheim Argentona, Gabi & Tim

Viele Vierbeiner nehmen diese Aufforderung gerne an und so werden wir freudig begrüßt, angesprungen und abgeschlabbert. Manche stecken ihre Nase tief in unsere Hosentaschen und fischen sich die Leckerlis heraus. Unsere Zeit gehört den Hunden.

Wir besuchen auch die Vierbeiner, die schon auf unserer Homepage stehen und schauen, wie sie sich in den letzten Wochen entwickelt haben. Unser Augenmerk liegt dabei auch auf den Langzeitsitzern und älteren/alten Hunden. Ihre Chancen eine neue Familie zu finden sind oft sehr begrenzt. In Gesprächen mit den Pflegern erfahren wir dann noch, welche Hunde nicht oder nicht mehr mit dem Tierheimleben zurechtkommen und aufgeben. Probleme und Aufgaben, die eine schnelle Lösung erfordern. Wieder zurück in Deutschland werden die Fotos gesichtet und sortiert. Die letzten Informationen (Größe, Gewicht, geschätztes Alter etc.) werden noch vom Tierheim eingeholt, der Text geschrieben und der Hund kann endlich seinen Platz auf der Homepage einnehmen. Zumindest hat DER Vierbeiner schon mal den Sprung „in Netz“ geschafft, jetzt heißt es warten und hoffen. Viele Vierbeiner in den vielen Tierheimen Europas bekommen diese kleine Chance nicht, sie sind und bleiben namenlos – sie sind die vergessenen Tierheimhunde.

Ein ganz wichtiger Teil der Tierschutzarbeit sind die Pflegestellen. Sie leisten eine enorme Arbeit und ohne sie hätten viele Hunde keine Chance auf eine Familie.

Ihre Aufgabe besteht darin den Vierbeiner (wieder) an ein Leben in einem Haushalt zu gewöhnen. Es fängt an mit Stubenreinheit, Vermittlung der ersten kleinen Kommandos, bis hin zu einer intensiven Körper-und Fellpflege. Pflegestellen, die ängstliche Hunde/Angsthunde aufnehmen, verfügen über viel Erfahrung. Aber nicht nur Erfahrung, sondern auch Geduld und Einfühlungsvermögen. Eines darf man aber beim Einsatz der Pflegestellen nicht vergessen. Sie betreuen die Hunde über Wochen, vielleicht sogar Monate, päppeln sie auf und führen sie zurück ins Leben. Es bleibt daher nicht aus, dass sie ihr Herz an „ihren Gast“ verlieren. Der Tag der Abholung durch die neue Familie gestaltet sich daher nicht immer einfach. Wer sich dieser Aufgabe stellt und immer wieder Hunde aufnimmt, sie dann an eine liebevolle Familie übergibt, leistet eine außergewöhnliche Arbeit. Die Pflegestellen sind das Sprungbrett für viele Tierheimhunde in ein tolles Hundeleben.

 

Besuch im Tierheim Argentona 

Und das ist es, was zählt - wofür wir alle arbeiten - es ist unsere Aufgabe und unser gemeinschaftliches Ziel:


Die vergessenen Tierheimhunde!