Kastrationen

Nun kann man geteilter Meinung bezüglich der Notwendigkeit von Kastrationen an Hunden sein. Manche sehen diese OP als massiven körperlichen und psychischen Eingriff.

Fakt ist aber, dass jedes Jahr Tausende von Vierbeinern in Tierheimen oder gar in den Perreras/Tötungsstationen landen. Sie sitzen hinter Gittern in zu kleinen Zwingern und warten. Stress, tägliche Monotonie, zu wenig Auslauf stehen auf der Tagesordnung. Wurden sie in einer Perreras abgegeben, dann ist ihre Lebenserwartung sehr begrenzt – 21 Tage! Findet sich in dieser kurzen Zeit keine rettende Hand, die den Todeskandidaten adoptieren möchte, dann wird er getötet. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um einen Welpen oder alte Hunde handelt. Die Schwemme der aufgegriffenen und abgegebenen Tiere ist weiterhin ungebrochen. Genaue Zahlen, wie viele Vierbeiner jedes Jahr getötet werden, gibt es nicht.

Welpen-Tierheim-Argentona

Für Tierheime stellt sich die Haltung der großen Anzahl von unkastrierten Hunden als sehr schwierig dar. Eine Hündin, die in die Phase der ca. 4 Wochen andauernden Hitze kommt, verursacht bei den Rüden eine enorme Unruhe. Angefacht von den abgegebenen Duftstoffen der Hündin, kommt es bei den Rüden zu Übergriffen und Rivalitäten. Aber es betrifft nicht nur sie, auch die Hündinnen zeigen sich gereizt und streckenweise auch eifersüchtig. Die örtlichen Gegebenheiten und die voll besetzten Zwinger lassen eine Trennung kaum zu.

Um die Hunde nicht mehr als nötig dem Stress auszusetzen, Übergriffen entgegen zu wirken und auch eine weitere Vermehrung zu unterbinden, werden sie bereits kurz nach Ankunft kastriert. Ausnahme sind Welpen bzw. Jungehunde; hier wartet man die Geschlechtsreife ab, um nicht die natürliche Entwicklung des Körpers zu unterbrechen. Bei älteren/alten Hunden nimmt man Rücksicht auf den allgemeinen Zustand und unterzieht sie nicht einer Narkose/OP, um eventuell ihr Leben zu gefährden.

Da Kastrationen in Argentona zum Alltag gehören, sind die Tierärztinnen sehr versiert und erfahren.

Kastration-Tierheim-Argentona

Ein wichtiger Punkt für diese Vorgehensweise ist natürlich nicht nur die Vermeidung von weiteren Welpen im Tierheim, sondern man will auch im Falle einer Adoption einer unbeabsichtigten/ungewollten Vermehrung Vorschub leisten. Leider haben die Aufklärungsversuche der letzten Jahre noch nicht richtig gefruchtet. So kann man hier und da - besonders in ländlichen Gebieten - beobachten, dass der Hund seinen täglichen Bedarf bezüglich eines Spazierganges in die eigene Hand nimmt und durch die Gegend stromert. Und diese Runden bleiben manchmal nicht ohne Folgen.

Nicht selten findet das Tierheimpersonal vor Arbeitsbeginn eine Kiste mit Welpen vor der Tierheimtür und nicht selten sind die Kleinen viel zu früh von ihren Müttern getrennt worden. Wenn man viel Glück hat, lebt momentan eine Mutterhündin im Tierheim und kann die Aufgabe der Welpenaufzucht übernehmen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Hündin die Welpen annimmt und als ihre akzeptiert. Wenn nicht, dann sind die wenigen Pfleger gefordert, den Kleinen zu einem sicheren Sprung in Leben zu helfen. Bei der insgesamt knappen Personaldecke eine zeitraubende Zusatzaufgabe.

Es ist daher logisch und auch zu verstehen, dass Tierheime versuchen die Schwemme der Hunde einzudämmen, denn der putzige Welpe von heute, kann der Langzeitsitzer von morgen sein.